Vielfalt Hinduistischer Götter

Der Hinduismus zentriert sich weder um Götter noch um einen Gott und geht nicht aus einer den Menschen ausgedrückten Offenbarung hervor. Die hinduistische Religion ist grundlegend identisch mit dem Leben an sich; Lebenszyklen der Menschen und auch der Tiere und der Natur bilden ihre Grundlage. Die religiöse Praxis besteht darin, in Harmonie mit diesen Zyklen zu leben. Die Religion hilft ausserdem dabei, dass die Wesen diesen Lebensläufen irgendwann entrinnen können und die höchste Stufe erreichen, von der es keine Wiederkehr mehr gibt. Hinduismus versteht sich in seiner Wirklichkeit als sanaatana dharma, i. e. das Gesetz der guten Ordnung, die ewig besteht und weder Ursprung noch Ende hat.

 

Gedanken zu hinduistische Götter und Göttinnen

In längst vergangenen Zeiten lebte der Mensch in Harmonie mit der Natur und betrachtete alles dies als göttlich. In der frühen Phase des Hinduismus oder vedischen Periode von etwa 1500 v. Chr. waren es eher archaische Kräfte die als Götter durch die Menschen verehrt wurden. An den zentralen Gottheiten des alten Indiens und der damit verbundenen Vorstellung von Gott können wir heute sehr gut den evolutionären Wandel der Menschen sehen. Je weniger die Natur an sich ein Mysterium darstellte und die Menschen ihre Geheimnisse aufdeckten, desto mehr wurde der transzendente und abstrakte Aspekt von Gott wichtiger. So haben sich der Hinduismus bzw. die vielen Varianten des Hinduismus immer wieder weiter entwickelt. Später, als das Bewusstsein des Menschen an Feinheit verlor, wurden die Lehren von einem spirituellen Meister (Guru) vermittelt. Im Verlaufe der Zeit führten in der vedischen Religion, gemäss  alten Schriften, die Vedas genannt beispielweise die heiligen Feuerzeremonien ein, durch die die Götter für das Wohlergehen der Welt verehrt wurden. Danach liessen die Weisen bewusst eine neue Generation an Göttern und Göttinnen entstehen, um den verschiedenen Temperamenten der Massen zu entsprechen. Sie führten also Götter, Göttinnen und Tempel ein, um auf entstandenes Bedürfnis einzugehen.

Die Veden und Upanischaden (alten Schriften) lenken das Bewusstsein zur höchsten Wahrheit. Jedoch war den Autoren sehr wohl klar, dass die Masse der Menschheit die darin dargelegten Gedanken niemals begreifen würde. Deshalb förderten sie einen Pfad, der jeder Bewusstseinsart- und ebene leicht zugängig ist.

Das Bewusstsein neigt dazu, das Schöne zu lieben, das Grossartige zu bewundern und das Heldenhafte nachzuahmen. Der Mensch braucht in seinem täglichen Leben einen Freund, Philosophen und Leader. Die von Sehern und Heiligen geschriebenen Schriften erfüllen dies Bedürfnis. Lange Abschnitte der Puranen (Geschichten der verschiedenen Formen Gottes) beschreiben die Grosstaten und verherrlichen verschiedene Gottheiten, die Namen erhielten. Die Geschichten der Götter, Weisen, Könige, Heiligen und moralischen Helden in den Puranen unterweisen in spirituellen und moralischen Werten, regen Glauben und Liebe für Gott an und vermitteln erhabenes Wissen der höchsten Realität.

Die vedischen Hauptgötter umfassen beispielweise Indra -  Regen, Sturm, Himmel und die Fruchtbarkeit, Varuna,-   Gesetz, Ordnung, Wahrheit. Agni – Feuer, Surya - Sonne, Soma - Getränk, Yama - Totengott, Vayu – Wind. Zu den Göttinnen gehören Erde, Kuh, Usha (Morgendämmerung) und Saraswati. 

Die Hauptgötter umfassen Brahma, Vishnu, Shiva, Ganapati (Ganesha) und Subramanya. Die Hauptgöttinnen sind Lakshmi, Saraswati und Parvati. 

Warum gibt es so viele Gottheiten? 

Menschen unterscheiden sich in ihren Geschmäckern, geistigen Fähigkeiten und ihrer intellektuellen Ebene. Verschiedene Intellektuellen und Heiligen  liessen die verschiedenen Götter und Göttinnen entstehen, um den verschiedenen Bedürfnissen der Massen zu entsprechen oder befriedigen. Alle Götter gehören zum Unbegrenzten -  lediglich die Formen, die man dieser unbeschreiblichen Wirklichkeit zuweist, variieren.

Beispielweise bietet  ein Textiliengeschäft den Konsumenten eine Vielfalt an Stoffen, Farben und Moden an, mit farbenfreudiger Kleidung, so werden viele Menschen dorthin zum Einkaufen gehen. Wird aber nur eine Art von Kleidung angeboten, werden nur wenige Käufer kommen. All die verschiedenen Kleidungsstücke sind jedoch aus dem gleichen Baumwollstoff gefertigt. So verhält es sich auch mit den Göttern: Manche mögen eine, andere lieben andere und bewundern die ähnlichen.  Das zugrunde liegende Prinzip und die dahinter stehenden Eigenschaften sind die jedoch selben. Gott ist allwissend, allmächtig und allgegenwärtig. 


 Es gibt Trinität in hinduistische Gottheiten: Generator, Operator, Destroyer“ also „Schöpfer, Erhalter und Zerstörer“

                     

Diese drei Götter (oder Aspekte des Göttlichen) haben jeweils auch eine weibliche Seite:

Vishnu inkarniert sich immer wieder auf der Welt um die Menschheit zu retten, es gibt mindestens 9 Inkarnaionen, hier seien die 2 wichtigsten genannt. Zusammen mit Vishnu inkarniert sich auch immer Lakshmi, das göttliche Ehepaar

Rund um Vishnu gibt es viele weitere Wesenheiten, so z.B.

Mit Shiva stehen noch einige andere Götter in Verbindung:

Tatsächlich sind Ganesha und Hanuman die beliebtesten formen Gottes im indischen Pantheon, daher habe ich jeweils einen ausführlichen Artikel dazu verfasst: 

Warum haben die Götter Gemahlinnen? 

Gottes Schöpfung ist nichts anderes, als eine materielle Manifestation eines Teils dieser unergründlichen Energie, die Gott genannt wird. Diese göttliche Energie existiert in einem statischen und einem dynamischen Zustand. Beide Zustände sind nicht voneinander trennbar. Die hinduistische Mythologie stellt den dynamischen Aspekt als weibliche Gemahlin des statischen Energiezustandes dar. "Shakti" steht für die Quelle dynamischer Kraft. 

Beispielweise  liegt die Kombination Shiva-Shakti oder Geist-Materie der ganzen Schöpfung zugrunde. Die Schöpfung gibt es nur, weil der Schöpfer weiss, wie und was geschaffen wird. Die Ehe Brahmas mit Saraswati, der Göttin vollständigen Wissens, symbolisiert diese Vorstellung. Lakshmi, die Gemahlin Vishnus, ist Trägerin des Reichtums, den Vishnu benötigt, um seine Kraft des Erhaltens zu manifestieren. Er erhält das gesamte Universum. Daher vermählt er sich mit der Göttin des Reichtums. Parvati repräsentiert die Materie. Materie ist zerstörbar. Die Kraft der Zerstörung kann sich nur manifestieren, wo es zerstörbare Materie gibt. Shiva, der Herr der Zerstörung muss Parvati zur Gemahlin nehmen, um seine Kraft der Zerstörung zu manifestieren. Ganesha hat zwei Gemahlinnen: Buddhi (Wissen) und Siddhi (Wohlstand). Subramanya hat ebenfalls zwei Frauen: Vallia und Devasana, die reine Liebe und Hingabe und völlige Selbstaufgabe repräsentieren. 

                                          Shiva mit Parvati und Sohn Ganesha

 

Warum halten Götter Waffen in ihren Händen? 

Meist hinduistische Gottheiten sind mit Waffen präsentiert. Waffen gibt es, um Vasanas (Verhaltensmuster und Verlangen) in einem zu vernichten. Das göttliche Selbst kann nur erreicht werden, wenn sie zerstört werden. Die Vasanas verdecken unsere innewohnende Göttlichkeit. Beispielweiser hält Ganesha eine Axt in einer Hand und ein Seil in einer anderen. Die Axt symbolisiert die Zerstörung aller Wünsche und Bindungen. Mit dem Seil wird der Sucher aus seinen weltlichen Problemen herausgezogen und an die seinem Selbst innewohnende ewige Glückseligkeit gebunden. Shiva setzt den Dreizack (Trisula) als seine göttliche Waffe ein. Der Dreizack mit seinen drei Spitzen symbolisiert die Vernichtung des Egos mit seiner dreifältigen Wunschnatur des Körpers, Fühlens und Denkens. Das bedeutet Sieg über das Ego, was zur Erlangung von Vollkommenheit führt. 

Warum haben viele Hindu- Götter Violett Farbe


Violett ist die Farbe des Hinduismus und auch des Feminismus.

Die Farbe Violett steht für Selbstbezogenheit, Eitelkeit, Einsamkeit und Genügsamkeit und gilt als Farbe des Geistes und der Spiritualität. Sie soll das seelische Gleichgewicht und die Entschlusskraft fördern, kann aber auch zweideutig wirken, mystisch und magisch. Violett hat eine stark meditative Wirkung und unterstützt die Meditationspraxis.

Violett besitzt eine stark transformierende Wirkung. Es kann die, in leidvollen Erfahrungen eingebundene Energie, in spirituelles Wachstum transformieren. Seine Schwingungen öffnen uns für verborgene Dimensionen des Lebens und wecken die Hingabebereitschaft, überpersönliche Liebe und Idealismus. Letztendlich können uns die Schwingungen der Farbe Violett zu dem Erlebnis des inneren Eins seins mit allem Leben führen. Violett ist eine würdevolle Farbe. Sie ist die Farbe der Inspiration, der Mystik, Magie und der Kunst.

Quelle: versch.